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„Kein Schnee von gestern“: Ilmenauer Studenten verteilen Selbstgebackenes gegen Gewalt, Folter und Verfolgung
Menschenrechte sind eine der wichtigsten Werte unserer Gesellschaft, leider oft ungeachtet und nicht selbstverständlich. So werden zum Beispiel im Irak ständig Menschen entführt, jüngst auch eine Deutsche. Weitere Beispiele lassen sich aktuell auf jedem Kontinent finden.
An diesem Samstag, 10. Dezember 2005, ist der internationale Tag der Menschenrechte. Um auf dieses Datum aufmerksam zu machen, verteilt die Ilmenauer Hochschulgruppe von amnesty international bereits an diesem Donnerstag, 8. Dezember 2005, von 11 bis 13 Uhr in der Ilmenauer Mensa Plätzchen.
Die von den Studenten selbst gebackenen weißen Makronen-Plätzchen sollen als Aktion „Kein Schnee von gestern“ den Tag der Menschenrechte in das Bewusstsein der Menschen rücken. Während wir weitgehend im winterlichen Weihnachtsrausch das süße Leben genießen, werden anderswo Menschen gefangen, verschleppt, gefoltert und getötet – oft ohne Wissen der Öffentlichkeit.
Weiterhin werden am Donnerstag Unterschriften für die Freilassung politischer Gefangener in Myanmar (ehemals Birma) gesammelt:
In dem asiatischen Land werden oppositionelle Bewegungen unterdrückt. So wurde der ehemalige politische Gefangene U Ohn Than im September festgenommen und im Oktober wegen Störung der öffentlichen Ordnung zu zwei Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Wie es nach ai-Berichten hieß, hatte er alleine vor dem Rathaus von Yangon friedlich protestiert und politische Freiheiten eingefordert.
Mindestens weitere 24 politische Gefangene blieben auch nach Verbüßen ihrer Strafen in Haft. Zu ihnen gehörten sechs Studentenführer. Zu der Gruppe zählten die zwei gewaltlosen politischen Gefangenen Daw May Win Myint und Than Nyein, gewählte Parlamentsabgeordnete, die an schweren chronischen Gesundheitsbeschwerden litten. Mindestens drei Personen starben in Haft oder kurz nach ihrer Freilassung.
Der gewaltlose politische Gefangene und Rechtsanwalt Min Thu, der 1998 in Zusammenhang mit einer geplanten Abhandlung über die Geschichte der Studentenbewegung festgenommen wurde, starb im Juni in Haft. Er soll 2001 misshandelt worden sein, als die Behörden während der Untersuchung eines Hungerstreiks von Häftlingen, Insassen in Zellen sperrten, die für Militärhunde vorgesehen waren.
Die Ilmenauer Hochschulgruppe von amnesty international besteht zum Großteil aus Studenten, die unter anderem mit Unterschriftenaktionen weltweit die Wahrung von Menschenrechten unterstützen. Mehr Informationen und Kontakt zur Gruppe gibt es unter amnesty-ilmenau.de im Internet.