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StartseiteThemenwoche in Ilmenau: 60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

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02.12.2008

Themenwoche in Ilmenau

Eine große Idee hat Geburtstag: Am 10. Dezember 2008 feiert die Weltgemeinschaft das 60. Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Ilmenauer Gruppe von Amnesty International organisiert mit Unterstützung von Mitgliedern des Student Consulting Ilmenau e.V. zu diesem Anlass eine vielseitige Themenwoche mit Ausstellung, Geburtstagscafé sowie einer Lesung zu Zwangsarbeit und einem Filmabend.

Dienstag, 9. Dezember

Plakat-Ausstellung: „Menschenrechte für Groß und Klein“

Die Ilmenauer Themenwoche wird bereits am 9. Dezember, einen Tag vor dem eigentlichen Jubiläum, eröffnet. In der Mensa auf dem Campus der TU Ilmenau präsentiert Amnesty ab Dienstag eine Ausstellung, die Kindern wie Erwachsenen die Menschenrechte erklärt. Die Ausstellung „Menschenrechte für Groß und Klein“ zeigt alle 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in kindgerechter Sprache und Illustration. Die Plakate sind geeignet für Kinder ab sechs Jahren, die Ausstellung ist zwei Wochen im Mensafoyer zu sehen.

Das Wissen um die Menschenrechte ist genauso wichtig, wie deren Einhaltung. Fast jeder fünfte Deutsche kann keinen einzigen der 30 Artikel aus der Erklärung der Vereinten Nationen benennen. Ebenso ist ein Fünftel der Meinung, dass es gar kein Dokument gibt, welches die Menschenrechte für jeden weltweit festlegt. Das ergab die Studie "Mensch, du hast Rechte", die die Universität Leipzig vorstellte.

Mittwoch, 10. Dezember

Geburtstagscafé: Kuchen gegen Spende

Am 10. Dezember lädt Amnesty ab 12 Uhr zur Geburtstagsfeier mit Kaffee und Kuchen ins bc-Studentencafé auf dem Ilmenauer Campus ein. Zum üblichen Getränkeangebot des Cafés gibt es frischen, hausgebackenen Kuchen. Spenden für das süße Naschwerk kommen der Menschenrechtsarbeit von Amnesty International zugute. Café-Gäste können außerdem ihr Wissen über die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte mit einem kleinen Quiz testen.

Mittwoch, 10. Dezember

Themenabend: „Zwangsarbeit – gestern und heute“

Den Höhepunkt der Woche bildet am Mittwoch um 19.30 Uhr der Themenabend „Zwangsarbeit – gestern und heute“ in der Stadtbibliothek Ilmenau, der Eintritt ist frei. Der Ilmenauer Journalist Arne Martius liest aus seinem Buch „Zwangsarbeiter in Ilmenau“ und lädt anschließend zur Diskussion ein. Das Buch gibt erstmals einen umfassenden Überblick zu den Fremdarbeitern in Ilmenau zur Zeit des Nationalsozialismus. Es entstand auf Basis einer Abschlussarbeit an der Freien Universität Berlin, die 2004 mit dem Fritz-Eberhard-Preis ausgezeichnet wurde.

Die weltweite Situation von aktuellen Fällen von Zwangsarbeit wird an diesem Abend von Amnesty-Mitgliedern vorgestellt. Amnesty International beobachtet zum Beispiel in Jordanien oder Myanmar immer wieder Verletzungen der Menschenrechte von Arbeitern. Androhung und Ausübung von psychischer, physischer und sexueller Gewalt stehen in diesen Ländern leider in vielen Fällen auf der Tagesordnung.

Donnerstag, 11. Dezember

Hörsaal-Kino: „Trade – Willkommen in Amerika“

In Kooperation mit dem Ilmenauer Hochschulfilmclub zeigt Amnesty am 11. Dezember den sozialkritischen Film „Trade – Willkommen in Amerika“. Beginn des Filmes ist 21 Uhr im Helmholtz-Hörsaal der TU Ilmenau. Der Einritt beträgt drei Euro für Studenten und Schüler, vier Euro für Verdiener.

Zum Inhalt: Eben noch befindet sich die 13-jährige Mexikanerin Adriana behütet in der elterlichen Wohnung und schon ist sie in den Händen von Kidnappern und wird im Internet versteigert. Ihr 17-jähriger Bruder Jorge macht sich auf die Suche nach Adriana und folgt den russischen Menschenhändlern über die Grenze in die USA. Der Film zeigt eindrucksvoll die schockierenden Erlebnisse von Adriana und Jorge auf ihrer unfreiwilligen Reise.

Der Film basiert auf dem Artikel des Journalisten Peter Landesmann „The Girls Next Door“, der Anfang 2004 im „New York Times Magazine“ erschien. Er löste eine Kontroverse über die Frage aus, ob wirklich zehntausende Mädchen, Frauen und Jungen gegen ihren Willen in den USA als Sexsklaven festgehalten würden.

„Trade“ aus dem Jahr 2007 ist eine deutsch/US-amerikanische Koproduktion und wird von zahlreichen Menschenrechtsorganisationen empfohlen. Regisseur ist Marco Kreuzpaintner („Sommersturm“, „Die Wolke“, „Krabat“), Hauptdarsteller sind Kevin Kline, Cesar Ramos und Paulina Gaitan.

Alle Interessenten sind zu diesen Veranstaltungen herzlich eingeladen!

Über Amnesty International Ilmenau

In der Ilmenauer Hochschulgruppe von Amnesty International arbeiten Studenten und engagierte Ilmenauer zusammen und unterstützen unter anderem mit Unterschriftenaktionen weltweit die Wahrung von Menschenrechten. Mehr Informationen und Kontakt zur Gruppe gibt es unter www.amnesty-ilmenau.de im Internet.

Über Amnesty International

Amnesty International ist eine weltweite, von Regierungen, politischen Parteien, Ideologien, Wirtschaftsinteressen und Religionen unabhängige Mitgliederorganisation. Auf Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wendet sich Amnesty gegen schwer wiegende Verletzungen der Rechte eines jeden Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Freiheit von Diskriminierung sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit. 1977 erhielt Amnesty International den Friedensnobelpreis.

Über das Jubiläum

Vor 60 Jahren – am 10. Dezember 1948 – verabschiedete die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Nach zwei Weltkriegen und dem Holocaust legte die UN damit über alle religiösen, sozialen und kulturellen Grenzen hinaus die verbindliche Basis für Freiheit und Gerechtigkeit in der Welt. Seitdem ist die Menschenrechtserklärung zur entscheidenden Grundlage völkerrechtlicher Verträge und vieler Staatsverfassungen geworden.

In 30 Artikeln wurden internationale Menschenrechtsstandards festgeschrieben, die das Leben von Millionen Menschen verbessert haben: So hat die Menschenrechtserklärung dazu beigetragen, die Folter zu ächten, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern, die Rechte von Kindern und Frauen zu schützen und diejenigen, die für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, zur Rechenschaft zu ziehen.

Fast alle Staaten erkennen die Menschenrechte inzwischen an. Trotzdem liegt noch viel Arbeit vor der Weltgemeinschaft und dem Einzelnen, denn die tatsächliche Einhaltung der Menschenrechte ist häufig noch ein fernes Ziel.

Auf amnesty.de/60jahre gibt's viele weitere Infos und Aktionen zum Jubiläum.