Amnesty International Gruppe Ilmenau

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07.12.2015

Briefmarathon beim Vereinachtsmarkt

Die Hochschulgruppe war wie jedes Jahr beim Vereinachtsmarkt vor der Nikolausvorlesung vertreten. Diesmal konzentrierten wir uns voll und ganz auf die Fälle für den Briefmarathon. Mit eurer Hilfe konnten wir fast 30 Briefe versenden!

Von insgesamt 12 aufgearbeiteten Fällen wählten wir 6 aus, die wir euch hier kurz vorstellen möchten:

Bild: Fabian de Planque, Hannes Kaltenecker und Luca Trautmann (v.l.n.r.) sammeln Unterschriften und klären über Menschenrechtsverletzungen auf

Usbekistan: Muhammad Bekzhanov

Muhammad Bekzhanov ist ein regierungskritischer Journalist und wird seit 16 Jahren im Gefängnis auf Grundlage eines unter brutalster Folter erzwungenen Geständnisses festgehalten. Nach 15 Jahren wurde die Haftzeit aufgrund angeblicher Verstöße gegen die Gefängnisregeln um weitere fünf Jahre verlängert.

Amnesty fordert:

  • sofortige Freilassung
  • unabhängige, gründliche und schnelle Untersuchung der Foltervorwürfe

Griechenland: Costas

Costas und sein Partner, ein Flüchtling, wurden in Athen von Unbekannten aus offensichtlich rassistischen und homophoben Motiven brutal angegriffen. Costas erlitt dabei einen dreifachen Beinbruch. Bis heute wurden die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen. Solche diskriminierenden Angriffe mehren sich in Griechenland und die Polizei schaut weg. Gleichgeschlechtliche Paare sind Bürger zweiter Klasse.

Amnesty fordert:

  • unabhängige Untersuchung und strafrechtliche Verfolgung der Täter
  • Entschädigung der Betroffenen
  • Schutz für alle Betroffene diskriminierender Gewalt
  • Anerkennung aller Lebensentwürfe

El Salvador: Teodora del Carmen Vásquez

Teodora del Carmen Vásquez erlitt eine Totgeburt. Bevor sie ins Krankenhaus gebracht wurde, nahm sie die Polizei wegen Mordverdachts fest. Sie wurde schließlich von einem Gericht zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt, da in El Salvador ein absolutes Abtreibungsverbot herrscht. Durch diese Bestimmungen werden Frauen, die Fehl- und Totgeburten erleiden, mit dem Vorwurf konfrontiert, sie hätten bewusst einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen. Selbst wenn die Schwangerschaft das Leben oder die Gesundheit der Mutter bedroht oder Folge einer Vergewaltigung ist, ist Abtreibung strikt verboten. Insbesondere arme Frauen wie Teodora del Carmen Vásquez werden unter Generalverdacht gestellt, zumal sie nicht die Mittel haben, sich zu wehren.

Amnesty fordert:

  • sofortige und bedingungslose Freilassung
  • Freilassung aller Frauen, die wegen Schangerschaftsproblemen inhaftiert sind

Saudi-Arabien: Waleed Abu al-Khair

Waleed Abu al-Khair ist ein bekannter Menschenrechtsverteidiger und ist unter anderem Raif Badawis Rechtsanwalt. Er wurde nun unter anderem wegen "Ungehorsams gegenüber dem König" und "Beleidigung der Justiz" zu 15 Jahren Gefängnis, einem Reiseverbot in Folge und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Zuvor wurde er bereits von den Behörden schikaniert.

Amnesty fordert:

  • sofortige und bedingungslose Freilassung
  • sofortige Rücknahme der Anklage und Aufhebung des Urteils
  • Schutz vor Folter und Misshandlung
  • Stopp der Schikanierung von Menschenrechtsverteidigern und friedlichen Aktivisten
  • Stopp der Anklage von Menschenrechtsverteidigern anhand des "Antiterrorgesetzes" vor dem Sonderstrafgericht

USA: Albert Woodfox

Der schwarze US-Bürger und politische Aktivist der Black-Panther-Partei Albert Woodfox sitzt seit mittlerweile 43 Jahren im Gefängnis, davon 40 Jahre in Isolationshaft. Der Justizminister von Louisiana lässt ihn nicht frei, obwohl Gerichte das Urteil in drei Prozessen aufhoben. Zunächst wegen Raubes im Gefängnis, wurde er 1972 wegen Mordes an einem Gefängniswärter zu lebenslanger Haft verurteilt. Widersprüchliche Aussagen eines Mitgefangenen, der dadurch begnadigt wurde, führten zum Schuldspruch, obwohl Albert Woodfox stets seine Unschuld beteuerte.

Amnesty fordert:

  • sofortige Freilassung

Mexiko: Yecenia Armenta

Unter Androhung von Vergewaltigung und Mord ihrer Kinder wurde Yecenia Armenta gezwungen, einen Mord zuzugeben, den sie nach eigenen Angaben nicht begangen hat. Sie unterschrieb ein Geständnis, dessen Inhalt sie nicht zu Gesicht bekam - ihre Augen waren verbunden. Mexikanische Polizisten brachten sie zuvor zum Verhör auf eine Polizeiwache, wo sie 15 Stunden lang gefoltert und vergewaltigt wurde. Unabhängige medizinische Untersuchungen bestätigten später die Vorwürfe gegen die Polizeikräfte. Drei Jahre sitzt Yecenia Armenta nun schon im Gefängnis. Die Täter sind auf freiem Fuß.

Amnesty fordert:

  • sofortige und bedingungslose Freilassung sowie Rücknahme der Anklage
  • unabhängige, gründliche und schnelle Untersuchung der Foltervorwürfe
  • Anklage der Täter und Gerichtsverfahren